Sep 092011
 

Photovoltaik bewirkte historischen Preiseinbruch an der Strombörse
Der 16. Juli 2011 wurde für die Geschichte der Stromwirtschaft ein denkwürdiges Datum. Am Nachmittag dieses Tages brach am Spotmarkt der Strombörse EEX (European Energy Exchange) in Leipzig der Strompreis auf sagenhafte 2,5 Cent je Kilowattstunde ein. In der Regel müssen Stromeinkäufer zur gleichen Tageszeit das Doppelte für den Strom bezahlen. Dieser massive aber nur zeitweilige Einbruch des Strom-Einkaufspreises auf das Niveau von Nachtstrom wird vor allem auf die in Deutschland installierten Photovoltaik-Solaranlagen zurückgeführt. Das Phänomen lässt sich dadurch erklären, dass in diesen Zeiten die Nachfrage durch Grundlast-Kraftwerke – mit laufenden Kosten – und durch die Kapazitäten der erneuerbaren Energien – ohne laufende Kosten – gedeckt wurden (Solarenergie: 12 Gigawatt und Windkraft: 6 Gigawatt).

Alle Stromkunden – Privatverbraucher und Industrie – werden in Zukunft von den günstigen Solarstrom-Börsenpreisen in den Sommermonaten immer häufiger profitieren. Die Zeiträume, in denen der Einkaufspreis von Strom auf das Nachtstrom-Niveau sinkt, werden immer länger. Für Privatkunden wird sich der Spareffekt allerdings erst mit einer Verzögerung von bis zu drei Jahren auswirken. Das liegt daran, dass Stromversorger wie die Stadtwerke Teile ihres Strombedarfs im Voraus einkaufen. Doch große Stromabnehmer aus der Industrie können die Vorteile dieser Entwicklung sofort nutzen. Sie sind in der Lage, ihre Einkäufe kurzfristig anzupassen, da sie den Strom oft selbst oder über Händler an der Börse einkaufen. Für private Stromverbraucher wird es interessant, wenn Stromlieferanten Tarife anbieten, die sich an den tagesaktuellen Preisen der Strombörse orientieren.

Quellen: Photon; EEX.

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